Digitalisiert Euch!

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Alle reden von Corona - das ist gut so. Noch besser ist es aber, darüber zu reden, was nach Corona kommt. Reisen Sie gedanklich nach Wuhan, den Ort, an dem alles begann – und der uns zeigt, wie es weitergehen wird. Wann? Das wird uns die Bundesregierung wissen lassen, wenn es so weit ist. Alles andere ist Spekulation und damit Zeitverschwendung. Sinnvoll, ja geradezu überlebenswichtig, ist es hingegen, über die Zeit nach der Krise nachzudenken. Und damit meine ich nicht die Zeit des Wiederanlaufs, sondern die Zeit nach Corona. Die Zeit der neuen Normalität.

Die Digitalisierung wird zum wichtigsten Impfstoff gegen Krisen werden

Werden wir in Zukunft Länder nur noch nach einer Quarantäne betreten dürfen? Werden Flugzeuge nur noch mit Sitzen im Abstand von zwei Armlängen bestückt werden? Sind Hotels nur noch mit Essen auf dem Zimmer buchbar? Gibt es überhaupt noch Veranstaltungen? Die Antworten auf diese Fragen kenne ich nicht. Aber das ist gegenwärtig für mich auch nicht wichtig. Mir geht es um grundlegende Fragen. Mit großem Interesse habe ich neulich Analysen des Wirtschaftshistorikers Albrecht Ritschl über die Folgen der Pest und der Spanischen Grippe gelesen. Jede Epidemie, so Ritschl, hat das Wirtschaften nachhaltig verändert. So hätten die Tausenden Toten der Spanischen Grippe die Wirtschaft Anfang des 20. Jahrhunderts in die Industrialisierung geführt – man musste mechanisieren, die vielen Arbeitskräfte waren ja gestorben. Auf diese Weise sei die Spanische Grippe mit ihren Opfern ungeplant zur Grundlage der Wohlstands- und Konsumgesellschaft geworden, von der wir bis heute profitieren. Welche Folgen wird also die Corona-Pandemie für unsere Welt haben? Wir wissen es nicht. Aber eines scheint mir sicher: Die Digitalisierung wird voranschreiten. Sie wird zum wichtigsten Impfstoff, um zukünftiges Wirtschaften vor Infektionen jedweder Art zu schützen.

Digitalisieren Sie ihr Leistungsversprechen

Womit wir bei unserem Geschäft, dem Interim Management wären. Viele Interim Managerinnen und Interim Manager haben sich das Thema der digitalen Transformation bereits auf die Fahnen geschrieben. Gut so - weiter so. Und - jetzt kommt es: Bitte alle mitmachen! Wer im Interim- und Projektmanagement verankert ist, sollte sich jetzt über die ganz persönliche digitale Agenda Gedanken machen! Wie werden wir in Zeiten ohne persönliche Begegnung wirtschaften, ohne konventionellen Einzelhandel, ohne Reisen, ohne Urlaub, ohne Restaurants? Vielleicht fantasiere ich: Aber folgen Sie meiner Aufforderung - und digitalisieren Sie ihr Leistungsversprechen. 

Digitalisierung in den Wertschöpfungsketten Ihres Fachgebietes konkret gestalten

Die wichtigste Zutat für Ihr Leistungsversprechen ist Ihre Kompetenz. Stellen Sie diese heraus. Aber reden Sie nicht den anderen hinterher. Überlegen Sie, wie Digitalisierung in den Wertschöpfungsketten Ihres Fachgebietes konkret gestaltet werden kann. Sind Sie HR-Experte? Trauen Sie sich zu, alle (wirklich alle) Personalprozesse zu digitalisieren und dafür die Rolle des Projektleiters zu übernehmen? Sie sind Organisationsexperte? Wie organisieren sich Unternehmen, die es nur noch virtuell gibt - jenseits von Standup-Meetings und Kanban-Boards? Wie funktioniert Führung in Zeiten digitaler Entfremdung? Sie sind Supply-Chain-Experte? Wie digitalisieren Sie Warenannahme und Qualitätsprüfung im Logistik-Zentrum der zentralen Ersatzteilversorgung ihres Kunden?

Finden Sie die Blind Spots der Digitalisierung in Ihren Kompetenzbereichen

Stimmen Sie nicht ein in die Buzz-Word-Chöre der Digitalisierung, sondern finden Sie die Blind Spots der Digitalisierung in den Bereichen, für die Sie Experte sind. Wer für diese Blind-Spots Lösungen findet und Wertschöpfungsketten vollständig digitalisiert, macht Unternehmen Pandemie-sicher(er) und das eigene Auftragsbuch voll.

Allen Interim- und Projekt-Managern empfehle ich jetzt 3 Dinge:

  1. Projizieren Sie sich einmal täglich nach Wuhan. Wuhan ist uns 8, 12 vielleicht sogar 24 Wochen voraus. Jetzt, da wir mitten in der Krise stecken und beginnt Wuhan, den Weg in eine neue Normalität zu finden.
  2. Formulieren Sie ihre Digital-Agenda für die Zeit nach der Krise - die Zeit der neuen Normalität. Formulieren Sie ein Leistungsversprechen, für das Ihre Kunden zwischen 100.000 und 150.000 Euro ausgeben wollen. Denn so viel kosten Sie durchschnittlich, wenn Sie für ein Digitalisierungsprojekt angeheuert werden. Ihr Wirkungsgrad sollte aus Sicht Ihrer Auftraggeber mindestens 10-mal höher liegen. Nur dann bekommen Sie die Unterschrift unter Ihre Beauftragung.
  3. Achten Sie darauf, dass Ihr neues digitales Leistungsversprechen eng mit den Kompetenzen aus Ihrem Leben vor Corona verwoben ist. Das Buzz-Word „Digitale Transformation“ kann nur der Startpunkt sein. Je sichtbarer der Link zwischen Ihrer Digital-Agenda und Ihren Kompetenzen ist, desto überzeugender sind sie.

Kurz: Digitalisieren Sie Ihr Leistungsversprechen für die Zeit nach Corona - digitalisieren Sie sich für die neue Normalität. Konzentrieren Sie sich im Leistungsversprechen auf Ihre Expertise. Und versprechen Sie nicht mehr, als Sie zu leisten imstande sind.

Erfolgreich im Interim Management

An wen richtet sich dieser Blog? An alle Interim Manager und freien Projektmanager und die, die es werden wollen.

Was bietet der Blog? Konkrete Empfehlungen, mit denen Sie erfolgreich in das aufstrebende Interim Management und Projektgeschäft einsteigen – und erfolgreich bleiben.

Wer schreibt? Mein Name ist Tilo Ferrari. Als Vorstand der Deutschen Interim AG, langjährige Führungskraft und Gesellschafter einer der führenden Interim Management Provider in Deutschland und in der Schweiz sowie Partner einer der führenden internationalen Allianzen für Interim Management spreche ich seit mehr als 10 Jahren fast täglich mit Interim Managern und Kunden. Diese Erfahrungen möchte ich mit Ihnen teilen – und so in einen lebhaften Austausch mit Ihnen kommen.

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