Drei Tipps zum Eigenmarketing auf LinkedIn

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Das Berufsleben ist Theater, und LinkedIn seine Bühne. Drei Tipps zum effektiven Eigenmarketing auf LinkedIn

Eigenmarketing ist eine Schlüsselkompetenz für Interim Manager und andere Selbstständige. Denn die gezielte Entwicklung und Verbreitung seines Markenkerns ist das vielleicht wichtigste Instrument zur Erzeugung neuer Leads. Eine der effektivsten Plattformen dafür ist derzeit sicherlich LinkedIn. Selbst wer kein geborener Selbstdarsteller ist, kann hier mit verhältnismäßig wenig Aufwand sehr viele potenzielle Kunden ansprechen – falls man die Stärken der Plattform zu nutzen weiß.

Eigenmarketing betreiben alle (auch Sie!)

Seien wir mal ehrlich: Die meisten Dienstleistungen, die auf einem bestimmten Markt zu haben sind, unterscheiden sich letzten Endes kaum voneinander. Natürlich lassen sich hier und da auch Preis- oder Qualitätsunterschiede feststellen. Aber diese sind in der Regel so gering, dass sie nicht wirklich erklären, warum ein Kunde sich ausgerechnet für diesen und nicht für jenen Anbieter entschieden hat.

Wenn das stimmt, haben die meisten Kunden ganz andere Gründe für die Erteilung eines Auftrags als harte Faktoren wie Tagessätze oder Universitätsabschlüsse. Und was sollte das anderes sein als die Persönlichkeit des Dienstleisters selbst? Ins Geschäft kommt man doch erst, wenn man wirklich Lust auf eine Zusammenarbeit bekommen hat. Und der Überzeugung ist: Dieser Person vertraue ich.

Aber dazu muss der Kunde wissen, was mich ausmacht, was mich antreibt, wer ich eigentlich bin. Und genau an diesem Punkt wird es jetzt interessant. Denn potenzielle Kunden kommen ja gar nicht umhin, sich ein Bild von mir zu machen, ob ich das nun will oder nicht. Aber dann sollte man dieses Bild auf keinen Fall dem Zufall überlassen, sondern gezielt gestalten und vermitteln. Zum Beispiel mit einem gut durchdachten LinkedIn-Auftritt.

Das können Sie übrigens auch, wenn Sie mit herkömmlichem Marketing-Chi-Chi eher fremdeln. Denn Eigenmarketing heißt zunächst einmal nichts anderes, als den Kern seiner eigenen Persönlichkeit hervorzukehren, indem man eine Auswahl seiner Stärken trifft und diese in einem Markenkern so zusammenführt, dass man sich von anderen unterscheidet und wiedererkennbar wird.

Im Grunde müssen Sie also nicht mehr tun, als eine Rolle zu spielen, die Sie ohnehin schon spielen. Nur eben keine beliebige, sondern eine, für die Sie sich mit Blick auf Ihre Zielgruppe bewusst entschieden haben.

Lesen Sie im Folgenden drei Tipps für Ihren effektiven LinkedIn-Auftritt.


Warum LinkedIn?

Doch zuvor noch kurz zur Plattform selbst. Warum, fragen Sie sich vielleicht, sollten Sie gerade LinkedIn für die Verbreitung Ihrer Personal Brand nutzen?

Aus vor allem drei Gründen: Sichtbarkeit, Qualität der Nutzer und Größe des Netzwerks.

Google schätzt nämlich die Relevanz von LinkedIn-Profilen als sehr hoch ein. Ein mit etwas Liebe gestaltetes Profil, das öffentlich zugänglich ist, rankt in der Regel sehr weit vorne und erreicht so bei Suchanfragen eine enorme Reichweite. Damit können Sie schnell und günstig eine sehr viel höhere Sichtbarkeit für Ihre Inhalte erreichen, als wenn Sie diese unter Ihrer eigenen Domain ins Netzt stellten.

Hinzu kommt die Qualität der Nutzer. Die Personen, die LinkedIn als soziales Medium nutzen, sind im Durschnitt älter und beruflich besser positioniert als die Nutzer anderer sozialer Netzwerke. Durch einen LinkedIn-Account haben sie also direkten Zugang zu vielen Entscheidungsträgern und Thought Leadern Ihres Marktsegments.

Und schließlich ermöglicht Ihnen LinkedIn den Aufbau eines schier unendlich großen Netzwerks von Kontakten. Während etwa Facebook immerhin noch 5.000 individuelle Kontakte zulässt, könnten Sie bei LinkedIn auf sage und schreibe 30.000 Kontakte kommen.

Ein gut durchdachter LinkedIn-Auftritt kann also die Verbreitung Ihrer Personal Brand enorm beschleunigen. Doch worauf kommt es dabei an?

Stellen Sie dar, für welche Stärken Sie stehen

Am wichtigsten ist es wohl, den Zweck eines LinkedIn-Profils nicht aus den Augen zu verlieren. Denn allzu leicht verkümmert der LinkedIn-Auftritt zu einer bloße Ablage für den CV, während er doch in Wahrheit eine glänzende Gelegenheit ist, seine Persönlichkeit zielgruppengerecht in Szene zu setzen.

Dazu sollten Sie sich zunächst einmal klar machen, von welcher Sorte Kunden Sie gerne mehr hätten. Denn erst wenn Sie wissen, wer Ihre Idealkunden eigentlich sind, können Sie sich auf Ihrem LinkedIn-Profil so präsentieren, wie Sie von dieser Zielgruppe gesehen werden wollen. Letzteres bedeutet aber in erster Linie, eine Auswahl zu treffen. Menschen sind schließlich komplex und haben immer mehrere Seiten. Hier geht es jedoch um eine gezielte Ansprache. Wählen Sie aus Ihren Erfahrungen, Kompetenzen und Stärken diejenigen aus, die die besonderen Bedürfnisse Ihre Zielgruppe am besten befriedigen.

Sie brauchen also kein besonderes Marketing-Know-How, um Ihre Alleinstellungsmerkmale herauszustellen. Eine klare Vorstellung von Ihrer Zielgruppe und ein sicheres Wissen um Ihre Stärken müssen Sie allerdings haben. Und etwas Takt: Vom selbstsicheren Auftritt zum Overselling ist es oft nicht weit. Im Zweifel sollte man sich da lieber für das Understatement entscheiden, denn das kann man im Nachhinein leicht korrigieren. Arroganz dagegen nicht.

Dass Sie dabei die Inhalte, die Sie auf Ihrem Profil veröffentlichen, zu Episoden einer fortlaufenden Geschichte verdichten können, erwartet natürlich niemand. (Wenn doch, umso besser!) Aber ein roter Faden sollte schon erkennbar sein. Sonst verliert sich Ihr Markenkern schnell im Unbestimmten.

Erstellen Sie regelmäßig Content

Womit wir schon beim zweiten Tipp wären: Ebenso wichtig wie die Entwicklung seiner Personal Brand ist es, eigene Inhalte zu posten, am besten regelmäßig.

Den Content anderer zu liken oder zu teilen, ist dafür kein Ersatz. Wer nämlich Content nur liked oder teilt, lässt nur wenig von seiner Persönlichkeit erkennen und unterläuft damit den Sinn eines LinkedIn-Profils.

In diesem Zusammenhang noch wichtiger ist aber, dass Likes oder geteilte Inhalte praktisch nie zu eingehenden Auseinandersetzungen mit dem Post in Form von Kommentaren führen. Dabei sind in sozialen Medien Kommentare Gold wert. Denn sie beweisen nicht nur, dass Inhalt und Gestaltung des Beitrages Ihre Zielgruppe angesprochen hat. Kommentare sind vielmehr vor allem eins: eine Gelegenheit zur Antwort – zur Erstellung weiteren Contents also, der Ihre Personal Brand wieder neu beleuchtet und weiter verbreitet.

Und glauben Sie nicht, Sie hätten nichts zu sagen! Lassen Sie Ihre potenziellen Kunden an Ihrem Berufsleben teilhaben und dokumentieren Sie etwa Ihre Lösungsansätze für Probleme, die Ihre Zielgruppe umtreibt.

Wann Sie welchen Content posten wollen, sollten Sie allerdings gut planen. Denn regelmäßig sollten Ihre Aktivitäten schon sein, damit Ihr Auftritt nicht mit der Zeit verflacht und am Ende schließlich leblos wird. Und zum anderen sollen Ihre Beiträge ja Ihren Markenkern transportieren, aber auch vertiefen und ergänzen. Was mit ad hoc zusammengestellten Beiträgen eher schwer zu bewerkstelligen ist.

Erweitern Sie Ihre Reichweite

Und damit sind wir schon beim letzten Tipp: Um Ihren Markenkern möglichst weit zu verbreiten, sollten Sie von Anfang an konsequent an der Vergrößerung Ihres Netzwerkes arbeiten, um die Reichweite Ihrer Beiträge zu erhöhen.

Nicht alle Kontakte sind dabei per se sinnvoll. Überlegen Sie daher zunächst, mit wem Sie überhaupt in Kontakt treten wollen. Wer könnte aus Ihren Fähigkeiten einen Nutzen ziehen? Wer entscheidet eigentlich über die Vergabe von Aufträgen? Und wer ist in Ihrem Marksegment die Schaltstelle für wichtige Informationen?

Haben Sie geeignete Personen gefunden, ist es sinnvoll, sich die Zeit zu nehmen und mit ein paar Zeilen kurz zu erklären, warum Sie mit ihnen in Kontakt treten. Das ist nicht nur sehr viel persönlicher als ein halb-anonymer Klick, sondern signalisiert zudem, dass Sie sich von der Kontaktaufnahme mehr versprechen als eine bloße Verlängerung Ihrer Kontaktliste.

Erweitern Sie so die Reichweite Ihrer Personal Brand, sprechen Sie mit der Zeit immer mehr Personen an, die tatsächlich zu Ihren Kunden werden könnten, was den Aufwand, den Sie für Ihr Eigenmarketing betreiben müssen, am Ende des Tages deutlich reduziert. Deshalb lohnt sich die Investition in das persönliche Netzwerk gerade für Selbstständige mit limitierten Ressourcen und Zeit.

Fazit

Eigenmarketing ist nicht nur unvermeidlich, sondern derzeit auch so kostengünstig und einfach wie selten. Auch und gerade für Menschen, die sich mit herkömmlichen Gelegenheiten zum Netzwerken wie Meet-ups sonst eher schwer tun. Tun Sie sich also einen Gefallen und nehmen Sie die Gestaltung Ihrer Personal Brand selbst in die Hand!

(Und falls Sie beim Einsatz von LinkedIn doch einmal stecken bleiben sollten: Schauen Sie mal z.B. auf die Seiten von Natalia Wichowski. Die hat ein ganzes Buch zum Thema geschrieben.)

 

Erfolgreich im Interim Management

An wen richtet sich dieser Blog? An alle Interim Manager und freien Projektmanager und die, die es werden wollen.

Was bietet der Blog? Konkrete Empfehlungen, mit denen Sie erfolgreich in das aufstrebende Interim Management und Projektgeschäft einsteigen – und erfolgreich bleiben.

Wer schreibt? Mein Name ist Tilo Ferrari. Als Vorstand der Deutschen Interim AG, langjährige Führungskraft und Gesellschafter einer der führenden Interim Management Provider in Deutschland und in der Schweiz sowie Partner einer der führenden internationalen Allianzen für Interim Management spreche ich seit mehr als 10 Jahren fast täglich mit Interim Managern und Kunden. Diese Erfahrungen möchte ich mit Ihnen teilen – und so in einen lebhaften Austausch mit Ihnen kommen.

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